Die Chinesen kommen

 
Wer hat schon einmal von der argentinischen Ameise gehört?
Diese kleinen Racker werden in etwa drei Millimeter lang, gründen sogenannte Superkolonien und verbreiten sich rasend schnell auf sämtlichen Erdteilen. Besonders auffällig an dieser Ameisenart ist ihr aggressives Verhalten allem gegenüber, das nicht einer argentinischen Ameise ähnelt. Trifft sie beispielsweise auf eine Vertreterin der bei uns heimischen Waldameisen (hier handelt es sich um jene possierlichen Tierchen, die lustige Haufen im Wald bauen), greift sie diese sofort an. Die mehr als doppelte so große Waldameise wird mit dem argentinischen Rumpelstilzchen selbstredend spielend fertig. Jedoch flüchtet die argentinische Ameise kurz darauf, holt ihre Freunde und kehrt zurück. Plötzlich sieht sich unsere Waldameise einer Armee von über hundert Gegner gegenüber, gegen die sie natürlich keine Chance hat. Damit nicht genug, rotten dann tausende weitere argentinische Ameisen gleich die gesamte Waldameisen-Kolonie aus.
 
Woran erinnert uns das, hm?
Richtig, an einer typischen Szene vor jeder beliebigen Disco in Berlin. Izmir, seit seiner Geburt aggressiv wie drei rollige Bullen, greift, ohne ersichtlichen Grund, den Manfred an. Der Manfred, unangefochtener Klassenbester und Vize-Schulsprecher, überragt den Izmir um zwei Köpfe, da der Izmir schon recht früh zu wachsen aufgehört hat. Natürlich bekommt der Izmir eine feste Abreibung. Während sich der Manfred noch fragt, ob „wegschubsen“ ethisch vertretbar war, läuft Izmir – unter Absingen hässlicher Lieder – davon. Kurz darauf kommt er zurück und mit ihm ein Teil seiner engeren Familie. Insgesamt 140 Personen. Gemeinsam drehen sie den Manfred so lange durch den Fleischwolf, bis er nächstes Jahr maximal Vize-Patientensprecher der Intensivstation werden kann.
 
Was sagt uns dieses Beispiel?
Eigentlich ist diese Welt gar nicht so kompliziert, denn vieles von unserem Verhalten findet ihren Ursprung in der Tierwelt. Wenn wir also etwas genauer darauf achten, wie die tierischen Vertreter miteinander umgehen, entdecken wir zahlreiche Gemeinsamkeiten zu den Menschen.
Werden die argentinischen Ameisen irgendwann den gesamten Planeten beherrschen? Nein, denn sie vertragen keine Kälte und reagieren allergisch auf Insektenspray.
 
Was hat das jetzt mit den Chinesen zu tun?
Absolut nichts, aber mir gefiel diese Geschichte als Einstieg. Ein kleiner Ausflug in die Welt des Wissens als Auflockerung.
Die Chinesen bauen alles Mögliche nach.
Jedes ausländische Industrieunternehmen, das in China einen Standort eröffnen möchte, muss sich verpflichten, chinesische Fachkräfte anzustellen. So lief beispielsweise, bald nachdem VW eine Fabrik in Anting eröffnete, ein PKW namens „Golo“ von einem chinesischen Fließband. Dass dieser dem VW Polo mehr als ähnlich sah, erklärt sich von selbst.
Auch bei Aufträgen, die der Staat an Firmen anderer Länder vergibt, müssen einheimische Ingenieure angestellt werden. Siemens bekam vor ein paar Jahren den Zuschlag, Turbinen für einen Staudamm zu liefern. Nachdem eine dieser Turbinen errichtet wurde, stoppten die Chinesen den Bau der weiteren Anlagen. Siemens konnte daher seinen Auftrag nicht vollständig ausführen. Den Rest erledigten chinesische Unternehmen, die exakte Nachbauten dieser Turbine anfertigten.
 
Kein anderes Land kopiert so effizient fremde Produkte wie China. Diese Form der Dreistigkeit ist einmalig auf der Welt.
Von den Amerikanern ist zumindest nichts in dieser Art bekannt. Wahrscheinlich auch deshalb, weil mit Sicherheit irgendein Gesetz in den USA existiert, das dieses Vorgehen per Todesstrafe verbietet.
In einem Land, in dem es beispielsweise verboten ist, nackt zu duschen (in Florida), man nicht fischen darf, während man auf einem Giraffenhals sitzt (in Illinois) oder per Gesetz untersagt ist, Disteln anzupflanzen (in Maryland), gibt man sich gerne um eine Spur vorsichtiger. Und ja, diese Gesetze existieren dort wirklich. Irgendwo ist es auch verboten, mit einem Fahrrad durch einen Swimmingpool zu fahren, aber im Moment weiß ich nicht in welchem Bundesstaat.
Die Russen könnten es den Chinesen gleichmachen. Dummerweise ist aber dort der Staat selbst zu Bankrott für solche perfiden Pläne.
Die Schweizer hätten wiederum genug Geld. Sie sollen sogar eine große Bereitschaft für die Entwicklung von Plagiaten besitzen. Im Moment sind sie noch dabei, irgend so einem Typen die Idee mit dem Feuer zu stehlen. Angeblich scheitert es derzeit aber an der Durchführungsgeschwindigkeit, mit der zwei Feuersteine aneinandergeschlagen werden müssen.
Da sind die Österreicher schon weiter. Die kopieren zurzeit mit Hochdruck das Rad.
Die Deutschen kommen gar nicht in Frage, denn Deutschland erfindet ja alles, damit die Chinesen etwas zum Nachbauen haben. Eine Symbiose also.
Natürlich gibt es da auch noch ein paar weitere asiatische Staaten, die ein Imitat nach dem anderen auf den Markt werfen. Man denke nur an die Bekleidungsindustrie. Diese Länder sind aber lange nicht so erfolgreich wie die Chinesen.
 
Der Grund dürfte darin liegen, dass China ein kommunistisch geführtes Land ist. Das ist insofern toll, dass ganz oben jemand sitzt, der dem Rest sagt, was er zu tun hat.
Sollte von irgendwoher ein Nörgler auftreten, der die Idee nicht ganz so prickelnd findet, wird dieser in ein Arbeitslager gesteckt. Ein bewährtes System. Aus der Sicht der chinesischen Führung.
Die chinesische Regierung hat einen Fünfjahresplan entwickelt und zieht diesen konsequent durch. Der aktuelle Plan sieht vor, dass China den Weltraum erobern möchte. Vermutlich hat deren Parteichef die StarWars-Saga gesehen und fühlt sich jetzt schon als Darth Lee. Dass es ihnen gelingen wird, steht außer Frage, denn kurz, nachdem die Amerikaner so doof waren und einen Chinesen mit zur ISS (jene Raumstation, die ständig die Erde umkreist) nahmen, gab es kurz darauf in China den ersten bemannten Weltraumflug.
 
Während also in den demokratischen Ländern dauernd herumgestritten wird, wer was wann machen soll und warum; während ständig einer rummosert, dass der andere mehr bekommt, haben die Chinesen einen Fünfjahresplan entwickelt.
Dieser sieht vor, dass die Bevölkerung in etwa Nichts hat – denn wenn alle nichts haben, kann sich auch niemand beschweren, dass ein anderer mehr bekommt – und demnächst der Weltraum erobert wird.
Damit kein Missverständnis auftritt: Ich kann dem kommunistischen Gedanken aber auch gar nichts abgewinnen! Ich rege mich gerne darüber auf, dass in der Bevölkerung die eine Gruppe bevorzugt wird, während die andere die Arschkarte zieht. Solange ich mich darüber aufregen kann, weiß ich, dass die Welt noch in Ordnung ist.
Dummerweise deuten jedoch sämtliche Prognosen darauf hin, dass China bis zum Jahr 2050 zum mächtigsten und reichsten Staat auf diesem Planeten aufsteigt. Das Reich der Mitte wird die wichtigste Wirtschaftsmacht werden.
 
Tja, dann können wir uns warm anziehen und „Ente süß/sauer“ wird uns ganz schön im Hals stecken bleiben.
Bis es so weit ist, entwickelt sich ein verbissener Wettstreit um die besten Plätze am weltweiten Wirtschaftskuchen: Die Deutschen werden wie die Weltmeister Dinge erfinden und entwickeln, die Chinesen bauen alles nach, die Amerikaner beschließen weiterhin völlig sinnfreie Gesetze und verwickeln sich mit Leidenschaft in idiotische Kriege, die dieses Land immer tiefer in den wirtschaftlichen Abgrund treiben … und die Schweizer? Bis 2050 werden sie das mit dem Feuer auch hingekriegt haben.
 
Ob wir wollen oder nicht, Darth Lee ist näher, als uns lieb ist.
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Hurra, der Weltuntergang ist da!

 
Soso, die Welt geht also unter.
Wer diesen Artikel liest, ist entweder einer von den X-Men oder er besteht doch – wider aller Erwartungen – fast vollständig aus Asbest.
Die Mayas wussten es bereits vor gefühlten 100.000 Jahren, dass unsere heutige Generation einfach zu doof ist, der nächsten Generation ein warmes Häuschen zu bauen und zu unfähig, den Planeten an den richtigen Stellen zu kitten. Nach den Mayas gab es sehr wohl die eine oder andere Ankündigung zum Weltuntergang, allen voran erkannte ein gewisser Herr Nostradamus hinter jeder verblühten Blume den absoluten Super-Gau, aber nichts machte uns Menschen so viel Spaß wie die aktuelle Apokalypse.
 
Jetzt muss man wissen, dass die Mayas ein recht seltsames Völkchen waren. Irgendwann tauchten sie auf und plötzlich verschwanden sie wieder. Wie das alles genau ablief, ist uns Menschen ein völliges Rätsel. Das ist umso beachtlicher, als das wir Menschen inzwischen über jede noch so popelige Zivilisation bescheid wissen, als hätten wir sie höchstpersönlich bis aufs Klo verfolgt. Über die Mayas wissen wir jedoch relativ wenig, bis auf ihre unglaublichen astronomischen Kenntnisse, ihr doch ziemlich abstrus anmutender Götterglaube und ihre Fähigkeit, tolle Bauwerke zu errichten.
Achja und natürlich ihr Hang dazu, den ganzen Planeten am 21.12.2012 einzustampfen.
Jetzt ist natürlich nicht bekannt, ob das mit dem Einstampfen die Mayas persönlich erledigen, irgendein Subunternehmen damit beauftragen oder einfach auf die Blödheit der Menschen kalkulieren, das wir das schon von selbst hinkriegen. Wir haben jedenfalls genug Vertrauen in die Mayas, dass die das schon irgendwie hinkriegen werden. Wenn nicht, sind einige unter uns mit großer Sicherheit ziemlich sauer, aber da diese Zivilisation nicht mehr existiert, könnten wir sie nichtmal auf Vertragsbruch verklagen.
Dumme Sache.
 
Jetzt ist es aber auch so, dass einige Miesepeter tatsächlich der Meinung sind, das die ganze Geschichte mit dem Weltuntergang lediglich ein Interpretationsfehler sein soll!
Ja sag mir jetzt einer, spinnen die?
Es gibt wohl immer welche, die rumlaufen und einem alles madig machen! Da freuen wir uns seit Monaten darauf, dass dieser ganze Planet in tausend Stücke zerspringt und dann kommen ein paar so Weltverbesserer daher und behaupten bräsig grinsend, dass „sich die Welt lediglich energetisch umwandelt und einem neuen Weltenzeitalter zuwendet“.
Geht´s noch?
Der Planet soll sich keinem neuen Weltenzeitalter zuwenden, sondern schön brav das tun, was ihm die Mayas eingetrichtert haben: Nämlich warten, dass der Kalender den 21.12.2012 anzeigt und dann mit viel Lärm, Licht und Staub explodieren!
Wir Menschen sind eine Spezies, die auf Berechenbarkeit und Kontinuität großen Wert legt.  Wenn unsere Wissenschaftler ausrechnen, dass die Sonne an einem bestimmten Tag vom Mond überdeckt wird, dann erwarten wir, dass sich der verdammte Mond vor die Sonne schiebt. Wenn uns jemand sagt, dass es bald dunkel wird, dann wollen wir nicht, dass plötzlich irgendsoein Spacko das Licht anknipst und wenn jemand steif und fest behauptet, dass die Welt untergeht, dann hat das auch so zu sein! Punkt und aus!
So, jetzt mache ich noch ein paar Schulden, gebe meinem Hund zu Feier des Tages einen Gansbraten und anschließend eine Tafel Schokolade (mit ganzen Nüssen) und warte auf den großen Knall.
„Neues Weltenzeitater“.
Das ich nicht lache! Wo kommen wir denn hin, wenn das jeder machen würde?
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Anleitung zum Unglücklichsein?

 

Einer neueren Statistik zufolge werden rund 20 Prozent der Ehen in den ersten fünf Jahren wieder geschieden.
Angeblich sollen Partnerschaften (also ohne Eheschließung) überhaupt nur noch durchschnittlich 24 Monate halten. Die Frage drängt sich auf, warum die Menschen heutzutage nicht mehr einander vertragen.
Da solche Themen traditionellerweise bei mir genau richtig sind, werde ich nun etwas weiter ausholen und mich dann langsam an die Antwort heranschleichen.
 
Für mich ist es grundsätzlich ein Wunder, wie zwei so völlig unterschiedliche Wesen wie Mann und Frau überhaupt länger als einige Atemzüge miteinander auskommen, ohne sich an die Gurgel zu gehen. Es ist nun mal leider die traurige Tatsache, dass diese beiden Geschlechter komplett anders denken, handeln, kommunizieren und so insgesamt die Welt wahrnehmen.
 
Frau beispielsweise denkt immer in Wahrscheinlichkeiten und Eventualitäten. Nehmen wir an, der Mann sagt: „Ich gehe mal schnell runter zum Wagen.“
Für die Partnerin bricht in diesem Moment eine Welt zusammen. Schließlich könnte Er jetzt seine heimliche Geliebte treffen, die womöglich im Auspuff lebt. Oder er beginnt überhaupt gleich eine Beziehung mit dem Auto, oder oder oder.
Sobald er aus der Tür raus ist, wird sie sich den Kopf zermattern und daran schier zerbrechen.
Der Mann wiederum ist ein „Dort Problem, da Lösung“-Wesen. Wenn sie ihm mit weinerlicher Stimme sagt, dass sie das Gefühl habe, das es der Beziehung in letzter Zeit an frischem Wind fehle, dann kauft er am nächsten Tag einen Ventilator.
Auch die Wahrnehmung ist so eine Sache.
Mann ist eher so ein haptisch visuelles Wesen: Sobald er etwas sieht das ihm gefällt, will er es betatschen. Besonders kleinliche Zeitgenossen interpretieren dies dann gerne als „sexuelle Belästigung“ und kreischen sofort in der Gegend herum. Tja, der Mann, das Opfer seiner eigenen Evolution.
(natürlich habe ich das jetzt nicht bierernst gemeint!)
 
Was sind überhaupt die wichtigsten Trennungsgründe bei zerbrochenen Beziehungen?
 
Die Spitzenposition mit knapp 40 Prozent nimmt „Wir haben uns auseinander gelebt“ ein.
Gut, „ineinander leben“ ist auch etwas schwierig, nicht wahr?
Das Problem ist einfach jenes, dass Mann und Frau stets hochmotiviert, mit einer riesigen Tüte an Erwartungen, in eine Partnerschaft spazieren. Sind dann erstmals ein paar Monate ins Land gegangen, tritt der Alltag ein. Was in der Folge passiert, ist der eigentliche Kardinalfehler: Beide Seiten lassen sich gehen.
Er sitzt in der speckigen Jogginghose vor der Glotze und hat sein Weltbild um den Faktor „1x Duschen pro Woche reicht“ erweitert.
Sie läuft mit den super bequemen IceAge-Schlappen herum, gibt in ihrem Glück jegliche sportliche Tätigkeit auf und merkt nicht, dass Sid an ihren Füssen immer breiter wird.
So etwas kann einfach nicht klappen, denn zu einer funktionierenden Beziehung gehört, dass beide Seiten dafür sorgen, diese prickelnd zu halten.
 
Der zweithäufigste Grund mit knapp 30 Prozent lautet: „Wir waren zu unterschiedlich„.
Gut, bei heterosexuellen Partnerschaften gehe ich davon aus, dass die Paare grundsätzlich unterschiedlich sind. Ansonsten wäre es etwas seltsam.
Jetzt sind hier aber eher die individuellen Interessen zu verstehen, die sich letztlich zu weit voneinander entfernen.
Ich drücke es mal so aus:
Das Wichtigste im Leben ist die Kommunikation. Für den Fall, dass nun meine weiblichen Leser begeistert nicken und ein: „Ich hab’s immer schon gewusst!“ murmeln: Nein, mit Kommunikation ist nicht gemeint, dass man sein Gegenüber so lange nieder schwallt, bis es den Puls aussetzt, sondern ich meine den gegenseitigen Austausch verbaler Art.
Wenn ich jemanden kennenlerne und mit dieser Person mehr vorhabe, als einen Quickie, dann bietet es sich an, einander auszutauschen.
Wenn mein Gesprächspartner nun begeisterter Jäger ist und ich wiederum militante Veganerin, dann kann man sich ausrechnen, dass Probleme vorprogrammiert sind.
Ein Kumpel von mir ist vom Beruf Bäcker und hatte vor Jahren eine Freundin, die veganisch lebte (drückt man das überhaupt so aus? „veganisch leben“?). Jedenfalls, so erzählte er mir, stritten sie den ganzen Tag darüber, wie sehr Brot leidet, wenn es dieser schrecklichen Hitze ausgesetzt wird. Nachts vögelten sie sich die Seele aus dem Leib, da war beiden das grausame Schicksal der Brotleiber zwei Stockwerke tiefer scheißegal. Die Beziehung hielt schließlich nicht lange und ich glaube der Trennungsgrund war ein Ledergürtel, den sie in seinem Schrank fand.
 
 Mit etwas über 26 Prozent der dritthäufigste Grund für eine Trennung ist „Das ungleiche Maß von Geben und Nehmen„.
Nun, ich habe mir sagen lassen, dass das auch der Grund für sämtliche Gegner von den Klitschko-Brüdern ist, weshalb diese dann meist vorzeitig den Ring wieder verlassen.
Aber jetzt mal im Ernst:
Ich habe keine Ahnung, was damit gemeint ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es sich hier um so eine „Frauensache“ handelt.
Das muss man sich mal vorstellen: Ein Viertel aller Beziehungen gehen in die Brüche wegen einer Sache, die wir Männer nicht mal kapieren und woran Frauen emotional daran zerbrechen!
 
An dieser Stelle ein Hinweis an unsere Mathematiker in der Runde: Bei dieser Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich.
 
Das Problem von Geben und Nehmen ist mal wieder die völlig unterschiedliche Wahrnehmung beider Geschlechter. Zu Beginn sind beide Seiten noch in einem Rausch der Gefühle, lustwandeln fröhlich gurgelnd durch die Welt und sind einander gegenüber so hilfsbereit und nett, dass einem dabei übel wird. Da fragt Mann beispielsweise, ob er Frau beim Abwasch helfen darf (!). Anschließend bringt Frau ihrem Liebsten das Essen vor die Glotze und öffnet auch noch das Bier für ihn.
Das ist ja alles goldig und schön, das Problem an der Sache ist nur, dass Mann keine Antennen für hochkomplexe kommunikative Fallstricke hat. Er besitzt kein Gefühl dafür, warum ein „Nein“ ein „Ja“ ist und umgekehrt. Wenn er in einem Anfall von unerklärbarer Verliebtheit seinem Hasi anbietet, das Geschirr zu spülen und Schnuffelmaus antwortet mit einem: „Ist doch nicht nötig“, dann hat sich das für alle Zeiten in sein Hirn eingebrannt!
Beim Mann kommt folgende Information an: „Abwasch: NEIN“
Dass Schnuffelmaus das nur für diese einmalige Situation meinte und vielleicht in Wahrheit gerne hätte, dass der Liebste ihr sehr wohl dabei hilft, aber mindestens noch 50x fragen muss, das fällt ihm im Traum nicht ein.
 
Bringen wir es auf den Punkt:
Im Grunde ist es ein Wunder, dass sich Mann und Frau nicht gegenseitig auszurotten versuchen. Dank der täglichen Gewaltleistungen, die unsere Hormone vollbringen, bemühen sich beide Geschlechter immer wieder aufs Neue, miteinander auszukommen. Und das, obwohl wir regelmäßig auf die Schnauze fallen und es in den wenigsten Fällen gut geht.
 
Für mich sind die Hormone die wahren Könige der Evolution. Das möchte ich an dieser Stelle mal ganz klar sagen!
 

 

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Zu doof für diese Welt

 
Es gibt Situationen im Leben, in denen nichts rund läuft.
Ein guter Indikator für eine richtig missliche Lage ist beispielsweise das damit verknüpfte Ableben. Im Gegenzug soll es jetzt nicht heißen, dass ohne einen ordentlichen Tod als Finale ein solches Erlebnis grundsätzlich als positiv zu bewerten wäre. Nein, soweit lehne ich mich nicht aus dem Fenster. Manche erleben wahrlich beschissene Situationen, in denen man nicht extra umkommen muss, diese aber trotzdem gerne aus dem Gedächtnis löschen möchte.
Vom ortsansässigen Leiter der Anonymen Alkoholiker bei einer Sauftour um zwei Uhr morgens erwischt zu werden, nachdem man tags zuvor vollmundig die manifestierte Abstinenz erklärt hatte. Zum Beispiel.
Oder beim Sex mit der neuen Flamme feststellen zu müssen, dass ein Topf Bohnen doch kein geeignetes vorgeschlechtliches Abendmahl darstellt.
Auch ein Foto von sich im Internet entdecken, auf dem man stockbesoffen und mit Kronenkorken drapiert arsch-oben in einer Ecke kauert, wäre so ein gesellschaftliches Dilemma. Vor allem dann, wenn – dank diverser social communities – die ganze Welt diese Peinlichkeit erfahren durfte, außer man selbst.
Das alles sind Dinge, wo Herzen nicht automatisch zu schlagen aufhören oder sich eine Arterie im Kopf spontan verengt und der unmittelbar darauf folgende Schlaganfall gekonnt dafür sorgt, sich nicht wortreich erklären zu müssen.
Es gibt aber Situationen, in denen sich Menschen so dermaßen dämlich anstellen, dass diese ungesteuert und unerwartet zu Tode kommen. Es ist leider nunmal so, dass manche Leute zu doof zum Leben sind.
Nicht genug damit, dass nicht gerade wenige Personen wegen ihrer Blödheit von dieser Welt abtreten, nein, man verewigt ihre Taten sogar mit dem sogenannten »Darwin-Award«.
 
Hier ein paar Beispiele der wohl skurrilsten Darwin-Award-Gewinner:
Ein Pfarrer aus Gabun vertrat die feste Überzeugung, dass genügend Glaube ausreiche, um Jesus´ glorreiche Daten nachmachen zu können. Vielleicht wäre es besser gewesen, er hätte mit einfachen Dingen angefangen, wie beispielsweise Brot zu brechen oder unter einem Ölbaum zu sitzen. Stattdessen nahm er sich vor, über Wasser zu laufen.
Nachdem er dies in seiner Gemeinde verkündete und in einer flammenden Rede alle Gläubigen aufforderte, es ihm nachzumachen, kam es, wie es kommen musste: Keiner war so doof und wollte über den nahe gelegenen See wandeln. Außer unser Priester natürlich, der sich mit einem Boot in die Seemitte bringen ließ, ausstieg und von dort aus gemütlich ans Ufer schlendern wollte. Seltsamerweise ging irgendwas schief und er ertrank. Ach ja, der Pfarrer war übrigens Nichtschwimmer.
 
Ein Junkie läuft in einem Supermarkt von Regal zu Regal und entdeckt etwas, das für ihn wie eine Offenbarung sein musste: Vogelfutter, enthält 100% Mohn!
Für ihn öffnete sich plötzlich ein Tor mitten ins Paradies. Drogen, billig, legal und in jedem Supermarkt zu haben. Ein Traum!
Kurz und gut, er kauft sich die Packung, petzt nach Hause und sofort wird eine nicht zu knappe Menge Vogelfutter erhitzt und in zähflüssigen Brei verwandelt. Freudig erregt zieht er das Zeug in einer Spritze auf, verpasst sich den Schuss … und … nichts. Dosis zu gering, daher gleich nochmal eine nicht zu kleine Menge und ab in die Venen damit.
Diesmal ist das Ergebnis erfolgversprechender. Junkie wird bewusstlos und kommt ins nächstbeste Krankenhaus. Dort macht man eine Röntgenaufnahme, sieht in seiner Lunge unzählige Teilchen, die wie Samen aussehen und die Ärzte diagnostizieren eine fortgeschrittene Tuberkulose, Organversagen, Blutvergiftung usw. Letztlich starb er an einer Überdosis Vogelfutter.
 
Dann gab es noch den Fall mit dem Jäger, der mit Hund und anderen Gesinnungsgenossen unterwegs war. Während einer Pause entdeckt Wuffi einen Rehknochen im Unterholz, freut sich über die Abwechslung und nagt darauf herum. Herrchen, wahrscheinlich neidisch, weil Wuffi mehr Jagderfolg hatte als er, will ihm den Knochen abluchsen. Der Wuff denkt aber nicht daran und verteidigt seine Beute bis aufs Blut. Herrchen, inzwischen hochgradig sauer, nimmt sein Gewehr und schlägt mit dem Gewehrkolben leicht gegen den am Knochen nagenden Wuffinger… wie ein Golfspieler, der einen Ball puttet.
Wie es ausging? Der Schuß der sich löste, traf den Jäger in den Unterleib. Wuffi hat wahrscheinlich einen Hörschaden und der Rehknochen liegt immer noch an der gleichen Stelle.
 
»Manchmal treibt das Leben seltsame Blüten«, sagt man. Da ist was dran. Und manchmal bringt das Leben die skurrilsten Gewächse hervor, die glücklicherweise von selbst wieder aussterben.
Die Evolution funktioniert wie ein Uhrwerk.
😉
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Ist Dummheit eine Gnade?

 
Neulich konnte man einmal mehr Daniela Katzenberger im Fernsehen bewundern.
Es ist ja nicht so, dass es sich hierbei um ein seltenes Phänomen handelt.
Wir dürfen sie dabei begleiten, wie Frau Katzenberger ihre Oma besucht, sich ein Auto kauft oder ihren Geburtstag feiert. Wenn es nicht eine Talkshow oder eine Daily-Soap ist, dann sehen wir sie in einem TV-Spot.
Frau Katzenberger erfreut also des TV-Sehers Landschaft, indem sie möglichst oft dessen Augen umschmeichelt. So jedenfalls dürften es die TV-Macher glauben.
 
Immer wenn sie sich in die Kamera grinst, fällt mir neben ihren unglaublich weißen Zähnen, ihre seltsame Art zu sprechen auf. Haben Sie es auch schon bemerkt, wie sie die Endsilbe eines jeden Satzes hochzieht? Dieses Sprechmuster erinnert an die französische Sprache, nur eben um einen Hauch stumpfsinniger. Ob man irgendwann einmal Frau Katzenberger geraten hatte so dämlich zu reden oder ob es ihr persönlicher Stil ist, bleibt offen.
Ich denke, dieser sprachliche Singsang geht über den regionstypischen Dialekt hinaus. Auf eigenartige Weise wirkt es wie eine pervertierte Form der Mundart. Es kann natürlich auch sein, dass sie in einem Umfeld aufwuchs, wo die Pflege der Sprache den gleichen Stellenwert hatte, wie das Entziffern der Keilschrift.
 
Was wäre wohl, wenn eine ausserirdische Intelligenz in genau jenem Augenblick die ersten Signale von uns Menschen empfängt, wenn uns Frau Katzenberger zum wiederholten Male die Telefonnummer einer Auskunft erklärt und anschließend Billigmöbel in den Himmel lobt? Was ist, wenn die Ausserirdischen in genau diesen Moment gebannt auf einen Monitor starren, weil sie gerade den Beweis für fremdes Leben entdecken? Und was ist, wenn es dann ausgerechnet das Signal eine der Reality-Shows ist, in denen die Katzenberger so etwas Epochales unternimmt, wie beispielsweise Klopapier bei Penny zu kaufen?
Was würden sich die Aliens dann denken?
Ob das unser Präsident ist?
Ob alle Wesen auf diesem Planeten so sind, wie die hibbelige Blonde mit dem Klopapier in der Hand?
Ob sie dann immer noch Lust haben, unseren Planeten zu besuchen?
 
Einige Zeit lang dachte ich, dass Daniela Katzenberger das Erfolgsrezept von einer Veronika Feldbusch zu imitieren versucht, indem sie eins auf dümmlich naiv macht. Inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass hier nichts nachgemacht wird: Sie ist einfach so doof.
Gut, lassen wir diese Gleichung für einen Moment so stehen: Katzenberger = doof.
Demgegenüber steht aber nunmal, dass man ihr zwar viel nachsagen kann, jedoch sicher nicht, dass sie keinen Platz in der Öffentlichkeit hätte. Ständig sieht man sie irgendwo, man liest etwas von ihr und sie verdient damit auch noch Geld.
Wenn ich nun das Geheimnis für Erfolg in der Medienlandschaft zu ergründen versuche, dann müsste ich am Beispiel Katzenberger daraus schließen, dass eine gewisse cerebrale Unterversorgung durchaus hilfreich ist.
Ein anderes Maß für Erfolg wäre das Können.
Was kann Frau Katzenberger also?
Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir nicht viel ein. Singen gehört jedenfalls nicht dazu. Die Schauspielerei möchte ich mir gar nicht vorstellen. Maximal könnte man hier eine Redegewandtheit nennen, wenn darunter das sinnlose Aneinanderreihen von Worthülsen zulässig ist.
Vielleicht ist sie so erfolgreich, weil sie so unglaublich attraktiv ist und über einen gewaltigen Sexappeal verfügt? Nun, am Geschmack scheiden sich bekanntlich die Geister, aber sollte es nur das sein, dann fallen mir spontan mehr ansprechendere Frauen ein, als Buchstaben ich bis dato geschrieben habe.
 
Ich möchte jetzt nicht ständig über Daniela Katzenberger herziehen. Mir geht es heute darum, zu ergründen, warum ein bestimmter Schlag Menschen, denen man normalerweise nicht zutrauen würde, Deutschlands Hauptstadt ohne unfreiwilliger Komik zu benennen, in der Medienlandschaft erfolgreich unterwegs ist.
Frau Katzenberger ist für mich in dieser Sache lediglich ein Paradebeispiel.
Ähnlich unverständlich ist der Fall des letztjährigen DSDS-Gewinners Pietro Lombardi.
Jetzt mal ganz ehrlich: Intellektuell betrachtet wirkt im Vergleich zu ihm Lukas Podolski  wie ein grenzgenialer Raketenforscher. Seine Merkfähigkeit für Liedtexte geht in nur seltenen Fällen über den Titel hinaus und ich behaupte mal zu sagen, dass man es ihm auch ansieht: Cerebrale Entkernung hinterlässt im Gesicht Spuren. Nicht immer, aber häufig genug.
Natürlich ist er ein guter Sänger, keine Frage. Das erklärt jedoch nicht seine riesige Popularität. Auch in der aktuellen Staffel von DSDS trifft der geduldige TV-Seher auf einen Kandidaten, dessen geistige Fähigkeiten knapp vor der Haustüre enden.
Richtig, Joey Heindle.
Im Gegensatz zu Pietro Lombardi erinnert sein Gesang an das Miauen einer Katze mit schwerem Liebeskummer. Dazu kommt, dass seine intellektuellen Ergüsse jeden anderen normalerweise in die geschlossene Anstalt bringen würden. Nicht in diesem Fall: Auch wenn er keinen einzigen Ton trifft und nur Müll labert, wird er von Sendung zu Sendung getragen, so zahlreich ist seine Fan-Gemeinde.
Die Frage an dieser Stelle ist, welche Mechanismen treten hier beim Zuseher in kraft, das diese beiden Sänger eine solche Popularität aufbauen können? Schließlich waren beide – Pietro und Joey – vor DSDS völlig unbekannt.
Genügt es lediglich, im Fernsehen präsent zu sein?
Ist es eine Variante von Mitleid? Kann es wirklich sein, dass unzählige Personen deswegen für Joey voten, weil „man der armen Sau ja irgendwie helfen muss“?
Oder ist diese Gesellschaft inzwischen vom Niveau her so degeneriert, dass jeder Stimulus, egal wie beschränkt er auch sein möge, gierig aufgesogen wird?
Dass es keine Frage des Talentes, als Meßlatte für Erfolg, ist , sondern es sich nur noch um Ablenkung dreht? Ohne Anspruch auf Qualität?
Drehen wir das Ganze doch mal um:
Wer kann spontan drei Gehirnakrobaten in der Unterhaltungsbranche nennen? Ich meine jetzt keine Nobelpreisträger, sondern Personen, die zumindest wissen, wie viele Planeten unser Sonnensystem hat und wie man den männlichen Hund bezeichnet (und damit meine ich nicht „Bello“).
Richtig, hier wird es bereits kniffliger.
Dieter Nuhr wäre so jemand, Thomas Gottschalk fiele mir auch noch ein.
Kann es wirklich sein, dass Intelligenz ein Hindernis auf dem Weg zum „Promi“ ist? Ich rede natürlich nicht von Kalibern wie ein Stephen Hawking.
Klar, sobald er zu erzählen beginnt (wenn er es könnte, einfach mal angenommen), dann fühlt man schnell mal geistige Erschöpfung in sich aufsteigen. Seine Witze würden maximal Nobelpreisträger zum Schmunzeln bringen.
Ich meine ganz normale Personen, mit brauchbarer Allgemeinbildung; die bereits in ihrem Leben ein Buch gelesen haben. Menschen, die das Wort »Haus« korrekt buchstabieren können, ohne dafür einen Joker zu verbrauchen.
Ich denke, dass wir auf einem Level angekommen sind, wo seichte Unterhaltung zum Normwert erhoben wird.
Wer heute im TV etwas werden möchte, der sollte im besten Fall leicht beschränkt sein, diesen Zustand in seinem Gesicht erkennen lassen und exzentrisch genug, um wie ein Wasserfall zu reden.
Siehe hier als Beispiel die Katzenberger oder eben Joey von DSDS.
Sehr hilfreich ist auch, wenn der künftige Promi dumm wie Brot ist und sich dabei als intellektuelles Genie fühlt. Siehe hier Kader Loth.
Sollte man dummerweise sogar eine Schule besucht haben, dann wird es eher schwierig. In diesem Fall bleibt nichts anderes übrig, sich als möglichst beschränkt zu verkaufen versuchen. Tom Gerhardts oder auch Olaf Schubert kann man hier als Beispiele nennen.
 
Nicht die TV-Landschaft selbst lässt mich angesichts dieser Entwicklung fassungslos mit den Lippen spielen. Es sind die Zuseher, die solche Dumpfbacken zu Stars machen, die mir Angst einjagen.
Gestern hieß es noch »Geiz ist geil«, heute lautet wohl die Prämisse »doof sein ist geil«.
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Warum die Finanzkrise langsam nervt – Teil 3: Wie gehts weiter?

 
Wie wir im vorigen Teil dieser Reihe erfuhren, hatten im Falle Griechenlands einmal mehr die internationalen Geldhäuser ihre Hände im Spiel.
 
Was ist damit gemeint? Jedes Land besorgt sich Kapital unter anderem am sogenannten freien Markt. Banken und Investoren geben Geld und bekommen dafür natürlich Zinsen. Hier kommen auch die Rating-Agenturen zum Zug, die sich im Moment so mediengeil in den Mittelpunkt des Interesses drängen. Je schlechter das Rating, umso teurer wird das Geld, dass sich so ein Land ausleiht.
 
Viele Staaten machen nichts anderes, als Zinsen zu bezahlen, denn zu mehr, beispielsweise die Begleichung der Schulden, sind sie auch nicht imstande. Banken verdienen also riesige Summen in diesem fragwürdigen Geschäft.
Wenn so ein Staat nicht einmal mehr die Zinsen begleichen kann, werden die Geldhäuser tendenziell unentspannter und dann kommt es zu einer Eskalation, wie wir es im Falle Griechenland erlebten.
Den Geldhäusern geht es in erster Linie um die Befriedigung ihrer Kennzahlen. »Geld« ist in ihrem Verständnis Handelsware und die Zinseinnahmen ihr Umsatz.
Wie schon in Teil eins dieser Reihe erwähnt, verdienen Banken doppelt: Vor einer Finanzkrise und anschließend auch.
 
Wenn es Griechenland sowieso nicht schafft, wirtschaftlich zu gesunden, egal welche Unterstützungsgelder fließen, was gibt es für Alternativen?
Eine andere Lösung wäre, Griechenland einfach aus der Europäischen Union zu werfen.
So naheliegend es für den Normalbürger ist, dürfte diese Variante keiner Diskussion würdig zu sein, denn jeder Politiker beginnt hier sofort mit den Armen zu fuchteln und zu beteuern, dass »dieser Schritt absolut unmöglich« sei.
Warum eigentlich nicht?
Weil die Griechen dann total traurig sind, dass sie niemand mehr lieb hat?
Weil das Land dann dem Untergang geweiht ist?
Weil sonst Zeus vom Olymp hinabsteigt und dem restlichen Europa die sieben Plagen an den Hals hetzt?
Oder weil wir dann unseren Urlaub nicht mehr auf Lesbos verbringen dürfen und der Koch im Griechenlokal in unser Essen spuckt?
 
Überlegen wir mal, was der eigentliche Sinn der Europäischen Union ist.
Mit dieser Gemeinschaft wollte man damals ein wirtschaftliches Gegengewicht, speziell gegenüber den USA, schaffen. Ein anderes Ziel war damals die Vereinfachung des Handels innerhalb Europas und weiters spielte auch noch die Überlegung eine Rolle, dass Länder, die in einem Bündnis miteinander agieren, keinen Krieg gegeneinander führen.
Es geht bei dieser Gemeinschaft um wirtschaftliche Stärkung und Sicherung des Friedens.
So, jetzt sehen wir uns mal Griechenland an.
Wir würden im Falle eines Ausschlusses nicht mehr von der gewaltigen Handelsmacht Griechenland profitieren können.
Klar, die Griechen sind ja berühmt für ihre gewaltige Industrie und sie sind ja überhaupt der Exportweltmeister. Auch importieren die Griechen Waren im Wert von unglaublichen Summen, weil die dort prosperierende Wirtschaft scheinbar alles in sich hineinschlingt, nicht wahr?
Was produzieren die Griechen überhaupt, wenn man von Olivenöl und Schafskäse absieht?
Kennt jemand die griechische Autoindustrie? Den tollen Geländewagen »Hellas« oder den Rennwagen Ouzo V6, der sich weltweit so toll verkauft?
Ich nicht.
Dann besteht natürlich die Gefahr, dass Griechenland, jetzt ohne Bündnis und voller Aggression, dem restlichen Europa den Krieg erklärt.
Jo, logisch.
Das berühmte griechische Militär, das nur mit Mühe davon abgehalten werden kann, die halbe Welt zu erobern. Die fantastische griechische Militärnation, die mit ihrem gefürchteten Kampfpanzer »Sirtaki« in nur wenigen Tagen über Europa hinwegfegen könnte! Die Kampfflieger, mit Laserwaffen ausgestattet und einem General an ihrer Spitze, der unter dem Namen »Darth Athos« eigentlich ein Sith-Lord ist und neben dem der olle Darth Vader wie ein metrosexueller Balletttänzer wirkt.
Ja, bei diesen Gedanken bekommt man es richtig mit der Angst zu tun und ist froh, Griechenland in der EU zu haben, nicht wahr?
Auch könnten sich die Griechen mit einer anderen Macht verbünden und dann gegen das restliche Europa vorgehen.
Sicher, sicher.
Mit wem denn, hm?
Mit Dr. No etwa?
Oder den Russen, die selbst zu wenig Kohle besitzen, um Treibstoff für ihre Panzer zu kaufen?
Die Chinesen wären da schon eine plausiblere Variante. Aber ehrlich gesagt, was fangen die Chinesen mit den Griechen an? Die werden auch nicht viel Bock darauf haben, sich verarschen zu lassen.
 
Ich weiß nicht, was Griechenland zu bieten hat und noch weniger verstehe ich, warum das restliche Europa diesem Staat so dermaßen in den Hintern kriecht.
Auch das Argument, dass ein Austritt Griechenlands die gesamte EU-Zone schwächen würde, kann ich nicht verstehen. Was soll uns daran schwächen, Hunderte Milliarden Euro mehr in der Tasche zu haben?
Übrig bleibt nur, dass man eben einem Land in Not helfen müsse.
Klar!
Vor allem einem Land, das einem kalt lächelnd von vorne bis hinten für dumm zu verkaufen versucht.
Da macht das Helfen ja so richtig Spaß!
 
Spaß macht es auch deswegen, weil andere Staaten, allen voran Italien und Spanien, gespannt darauf warten, wie die Geschichte mit Griechenland ausgeht, um dann ebenfalls die Hand aufzuhalten.
 
Am Ende ist es doch der Onkel Gustav, der am lautesten lacht.
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