Welche Sprüche nerven Singles? – Teil 1

Zuerst die gute Nachricht für alle Singles:
Es gibt jede Menge einsamer Vertreter beim anderen Geschlecht!
Beispielsweise liegt der Anteil der männlichen Single-Haushalte in Deutschland bei 44%, bei den Frauen ist diese Zahl etwas höher. Gleichzeitig bietet Hamburg das attraktivste Nachtleben für Singles, gefolgt von Berlin und Köln. Die gleiche Statistik spricht auch davon, dass ebenfalls in Hamburg die attraktivsten Single-Männer UND Single-Frauen leben.
Somit sollte zumindest im Norden alles klar und singlefrei sein.
 
Ist es aber nicht und das ist wiederum der wohl häufigste Grund für partnerschaftliche Einsamkeit:
28,7% der Frauen geben an, schlicht einfach zu schüchtern zu sein.
Über 27% sprechen davon, ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben zu wollen und mehr als 25% der befragten weiblichen Singles meinen, ihre Ansprüche an den Partner seien – simpel ausgedrückt – zu hoch.
Da Mehrfachnennungen möglich sind, ergibt die absolute Killerkombination die Mischung aus „bin zu schüchtern“ und „meine Ansprüche sind zu hoch“. Sollte auch noch der Faktor: „Ich schüchtere andere ein“, immerhin noch von mehr als 12% der Frauen angegeben, zutreffen, dann ist es bei diesen Vertreterinnen der Schöpfung wohl am besten, sich einen Hund zuzulegen. Ausgedehnte Spaziergänge mit dem Wuffi und körperliche Ertüchtigung vertreiben dabei so manche fleischliche Gedanken.
 
Interessanterweise denken nur knappe 6% der Männer, sie würden das weibliche Geschlecht tendenziell einschüchtern. Wenn ich mir das männliche Balzverhalten in Verbindung mit der Selbstwahrnehmung in puncto Außenwirkung so ansehe, dann liegt hierbei die Dunkelziffer mit Sicherheit weit höher. Immerhin sind nicht ganz ein Drittel der Männer davon überzeugt, ihre Ansprüche seien zu hoch.
An zweiter Stelle liegt die Verteidigung der Unabhängigkeit. Schüchternheit trifft gerade mal bei 16% der Männer zu.
Singles kaufen überproportional häufig Tiefkühlprodukte und treiben noch so manche andere Dinge, aber damit wollen wir uns jetzt nicht aufhalten.
 
Was zeigt uns jedoch dieser kleine statistische Exkurs?
Das Land verfügt über genug Singles, somit ist – rein theoretisch – für jeden etwas dabei.
Nun haben wir es jedoch dummerweise mit einem Aspekt zu tun, der in der Wissenschaft das „Frau-Mann-Ungleichzeitsprinzip“ genannt wird.
Das Frau-Mann-Ungleichheitsprinzip errechnet jenen Koeffizienten, der auftritt, wenn irgendein Verrückter versucht, diese beiden Entitäten, also Frau und Mann, miteinander zu kombinieren. Ein Single zum Beispiel. Eventuell sogar in einer Nachtbar in Hamburg.
Die Hauptaussage des Frau-Mann-Ungleichheitsprinzips liegt darin, dass – egal, wie man es dreht und wendet – Mann und Frau NIEMALS aber auch nur annähernd in ähnlicher Art und Weise denken, handeln, empfinden, wahrnehmen und reagieren!
 
Nehmen wir mal an, eine augenscheinlich hübsche junge Frau sitzt in an der Theke eines Nachtclubs. Konkret ausgedrückt handelt es sich bei ihr um eine super heiße weibliche Granate. Mit Augen zum darin Ertrinken, Lippen, die selbst Buddha aus jeder Meditation gerissen hätten und einer Figur, die bei jedem Mann sofortigen Blutsturz beschert. Während sie noch darüber grübelt, ob der Pickel hinter ihrem linken Ohr ein Grund sein könnte, vom Don Juan gegenüber eine Absage zu erhalten, greift dieser bereits dem kleinen Pummelchen mit den schiefen Augen unter den Rock.
Warum?
Weil der Pickel hinter dem Ohr doch ein no-go war?
Nein, weil Mann in vielen Dingen schlichtweg anders funktioniert als Frau! Während die pure Sünde auf der einen Seite der Theke noch nachdachte, wie sie ihr Ohr abdecken könnte, grinste sich Pummelchen bereits ins Schlafzimmer unseres Testosteron-Cowboys.
 
Liebe Damen, es ist ein zwar hartnäckiges, aber dämliches Gerücht, dass Frauen über ein perfektes Aussehen, einen fantastischen Körper mit Rundungen wie auf einer Pyrenäen-Etappe und gleichzeitiger Kleidergröße 34 bis maximal 36 verfügen müssen. Dabei vielleicht noch zusätzlich die Ausstrahlung einer Porno-Göttin besitzen in Verbindung mit dem Verhalten einer Jungfrau.
Ich verrate euch ein Geheimnis, liebe Leserinnen meines anspruchsvollen Blogs: Männer funktionieren nicht so vielschichtig. Sie würden es nicht einmal mitbekommen, sollte Frau beim Restaurantbesuch kurz mal auf die Toilette verschwinden und komplett umgezogen wieder zum Tisch zurückkehren.
Natürlich hat ein jeder von uns bestimmte Kriterien, auf die wir bei der Partnerwahl reagieren. Wenn Mann auf blonde Bohnenstangen steht, wird er sich nicht Beth Ditto, die Sängerin der Band „Gossip“ anlachen. Sollte Frau auf einen südländischen Typ stehen, angelt sie sich keinen Wikinger.
Es ist aber völlig egal, ob ihre linke Brust um ein Nanogramm größer als die Rechte ist, ob sie etwas Hüftspeck hat oder ihre Wimpern zu lang, zu kurz, zu schief, zu gerade oder zu gebogen sind.
Es ist die Ausstrahlung, die Interesse weckt.
Das, was wir aussenden zählt, wenn uns jemand ins Visier nimmt. Die Art, wie ich auf einen Blickkontakt reagiere. Sollte Mann oder Frau dabei jedoch einen Blick aufsetzen wie ein altgedienter Mafia-Killer, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn das Gegenüber eine Angstneurose bekommt.
Natürlich bedeutet das nicht, dass sich Frau bei jeglichem noch so winzigen Signal eines Mannes auf ihn stürzt, wie eine Gossenschlampe. Mann will erobern und nicht vom Wild angesprungen werden, um es in der Jägersprache auszudrücken.
Die Dosis macht das Gift. Erobern heißt nicht gleichzeitig, dass Männer darauf stehen, das Objekt der Begierde in einem der Hamburger Nachtclubs erst mit dem Elektroschocker traktieren zu müssen, damit sie endlich mal eine Reaktion zeigt.
 
Eines jedoch nervt alles Singles gleichermaßen, Single-Frauen treibt es besonders auf die Palme, nämlich:
Die zehn nervigsten Sprüche, wenn die Einsamkeit am größten ist.
In erster Linie bekommen diese Sätze weibliche Singles vorgesetzt. Der Grund liegt darin, dass Männer ihresgleichen nur sehr selten mit ausgelatschten Plattitüden aufzumuntern versuchen. Schon gar nicht, falls es um deren Sexleben geht.
Wie es auch ist: Diese Sprüche nerven Singles am meisten und in den nächsten Artikeln beschäftigen wir uns näher mit ihnen.
 
Spruch 1
„Du bist die Nächste, du bist die Nächste!“

Das hört Single-Frau besonders gerne.
Nicht nur, dass sie bereits seit drei Jahren keinen Partner mehr hat, „vögeln“ für sie inzwischen nur noch ein Begriff aus der Ornithologie ist und seit letzter Woche die goldene Mitgliedskarte von Parship besitzt, kauen ihr gerade jene Freundinnen ein Ohr ab, die nicht müde werden, ihr vorzuschwärmen, wie unendlich glücklich sie mit ihren Partnern sind.
Natürlich erfährt sie von ihren sadistischen Freundinnen, wie unsagbar fantastisch der Sex mit dem Partner ist. Welche Stellungen anatomisch gerade noch durchführbar sind und welch herrliches Gefühl einen beschleicht, mit dem geliebten Menschen an der Seite durch den Park zu spazieren.
Kurz bevor unser Single beschließt, sich auf der Toilette hinunterzuspülen, wandert das Gespräch, wie vom Teufel persönlich gelenkt, in Richtung Hochzeiten und kurz darauf kreischen besagte Freundinnen gleichzeitig die unheilvollen Worte: „Du bist die Nächste!“
Es versteht sich von selbst, dass dieser Satz ohne jegliche Logik aus dem Nichts entstand und es ist völlig klar, dass die lieben Freundinnen unserem Single damit nicht helfen wollen.
Es ist auch nicht das erklärte Ziel, unserer einsamen Blume Mut zu machen.
Der Antrieb ist hierbei rein grausamer Natur: Das Weibchen saugt ihrer Rivalin bei jeder Gelegenheit alles an Energie heraus, sofern sich nur die kleinste Möglichkeit dazu ergibt. Eine Frau sieht in ihrem weiblichen Gegenüber IMMER eine Gegnerin. Total egal, ob es sich dabei um die beste Freundin, die Oma, Tante Gerti oder eine 94-jährige Nonne handelt.
 
Ganz klar, dass unser Single-Weibchen nie erfahren wird, wie es dazu kommen könnte „die Nächste“ zu sein. Vor allem, da sie nicht einmal einen Partner besitzt, geschweige denn einen Termin, jemanden zu heiraten.
 
„Du bist die Nächste!“, ist eine besonders perfide Form der psychischen Folter und sollte eigentlich von den Vereinten Nationen verboten werden.
 
Wie gehen Männer damit um?
Erstens würde ein Mann niemals zu einem anderen „Du bist der Nächste!“ sagen, es sei denn, er ist der leibhaftige Tod und stattet der Intensivstation des Krankenhauses einen Besuch ab.
Auch wenn der eine Kumpel zum anderen mit einem einfühlsamen: „Na? Was am Laufen im Moment?“ ein tiefenpsychologisches Gespräch am Tresen der Lieblingskneipe beginnt, wird der Single-Mann stets mit einem: „Wie denn? Vor lauter Vögeln habe ich keine Zeit für Beziehungsscheiße“ antworten.
Meist endet an dieser Stelle der sensible Austausch und beide betrinken sich unter ehrlich gemeintem Zuprosten.
Mann hat zwar wenig Probleme einzugestehen, keine Beziehung zu haben, er würde jedoch niemals zugeben, sexlos zu leben. So etwas ist schlicht undenkbar.
Ein Mann ohne Sex ist entweder ein Eunuch oder schwul. Aus der Sicht des Mannes, die logischerweise völlig dämlich ist, denn warum sollten Homosexuelle keinen Sex haben und Eunuchen gibt es schon lange nicht mehr. Zumindest nicht in Hamburg.
 
Normal läuft ein solches Gespräch so ab:
„Und? Was am Laufen?“
„Ich? Ich ficke jeden Tag eine andere, wie soll ich da Zeit für eine Beziehung haben?“
Natürlich weint sich der Gute jede Nacht aufs Neue in den Schlaf und kuschelt sich dabei an seinen Teddy, den er zu seinem dritten Geburtstag von der Tante Gerti geschenkt bekam.
 
Die andere Version endet da viel fataler.
„Und? Was am Laufen?“
„Hör mir mit den Frauen auf. Keine Ahnung, was los ist. Ich bekomme ja nicht einmal eine in die Kiste geschweige denn, dass ich eine Freundin finde.“
„Bist du schwul, oder was? Oder hast du was an den Eiern?“
 
Aus männlicher Sicht existiert dieser Satz schlicht einfach nicht. Weibliche Singles kriegen ihn jedoch mit trauriger Regelmäßigkeit serviert. So lange, bis sie ihre Freundinnen erschlagen haben oder sich den nächstbesten männlichen Zombie zum Partner nehmen, nur um endlich Ruhe zu haben.
 
Das nächste Mal betrachten wir Spruch 2: „Du bist einfach zu wählerisch.“ etwas ausführlicher.
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