Zu doof für diese Welt

 
Es gibt Situationen im Leben, in denen nichts rund läuft.
Ein guter Indikator für eine richtig missliche Lage ist beispielsweise das damit verknüpfte Ableben. Im Gegenzug soll es jetzt nicht heißen, dass ohne einen ordentlichen Tod als Finale ein solches Erlebnis grundsätzlich als positiv zu bewerten wäre. Nein, soweit lehne ich mich nicht aus dem Fenster. Manche erleben wahrlich beschissene Situationen, in denen man nicht extra umkommen muss, diese aber trotzdem gerne aus dem Gedächtnis löschen möchte.
Vom ortsansässigen Leiter der Anonymen Alkoholiker bei einer Sauftour um zwei Uhr morgens erwischt zu werden, nachdem man tags zuvor vollmundig die manifestierte Abstinenz erklärt hatte. Zum Beispiel.
Oder beim Sex mit der neuen Flamme feststellen zu müssen, dass ein Topf Bohnen doch kein geeignetes vorgeschlechtliches Abendmahl darstellt.
Auch ein Foto von sich im Internet entdecken, auf dem man stockbesoffen und mit Kronenkorken drapiert arsch-oben in einer Ecke kauert, wäre so ein gesellschaftliches Dilemma. Vor allem dann, wenn – dank diverser social communities – die ganze Welt diese Peinlichkeit erfahren durfte, außer man selbst.
Das alles sind Dinge, wo Herzen nicht automatisch zu schlagen aufhören oder sich eine Arterie im Kopf spontan verengt und der unmittelbar darauf folgende Schlaganfall gekonnt dafür sorgt, sich nicht wortreich erklären zu müssen.
Es gibt aber Situationen, in denen sich Menschen so dermaßen dämlich anstellen, dass diese ungesteuert und unerwartet zu Tode kommen. Es ist leider nunmal so, dass manche Leute zu doof zum Leben sind.
Nicht genug damit, dass nicht gerade wenige Personen wegen ihrer Blödheit von dieser Welt abtreten, nein, man verewigt ihre Taten sogar mit dem sogenannten »Darwin-Award«.
 
Hier ein paar Beispiele der wohl skurrilsten Darwin-Award-Gewinner:
Ein Pfarrer aus Gabun vertrat die feste Überzeugung, dass genügend Glaube ausreiche, um Jesus´ glorreiche Daten nachmachen zu können. Vielleicht wäre es besser gewesen, er hätte mit einfachen Dingen angefangen, wie beispielsweise Brot zu brechen oder unter einem Ölbaum zu sitzen. Stattdessen nahm er sich vor, über Wasser zu laufen.
Nachdem er dies in seiner Gemeinde verkündete und in einer flammenden Rede alle Gläubigen aufforderte, es ihm nachzumachen, kam es, wie es kommen musste: Keiner war so doof und wollte über den nahe gelegenen See wandeln. Außer unser Priester natürlich, der sich mit einem Boot in die Seemitte bringen ließ, ausstieg und von dort aus gemütlich ans Ufer schlendern wollte. Seltsamerweise ging irgendwas schief und er ertrank. Ach ja, der Pfarrer war übrigens Nichtschwimmer.
 
Ein Junkie läuft in einem Supermarkt von Regal zu Regal und entdeckt etwas, das für ihn wie eine Offenbarung sein musste: Vogelfutter, enthält 100% Mohn!
Für ihn öffnete sich plötzlich ein Tor mitten ins Paradies. Drogen, billig, legal und in jedem Supermarkt zu haben. Ein Traum!
Kurz und gut, er kauft sich die Packung, petzt nach Hause und sofort wird eine nicht zu knappe Menge Vogelfutter erhitzt und in zähflüssigen Brei verwandelt. Freudig erregt zieht er das Zeug in einer Spritze auf, verpasst sich den Schuss … und … nichts. Dosis zu gering, daher gleich nochmal eine nicht zu kleine Menge und ab in die Venen damit.
Diesmal ist das Ergebnis erfolgversprechender. Junkie wird bewusstlos und kommt ins nächstbeste Krankenhaus. Dort macht man eine Röntgenaufnahme, sieht in seiner Lunge unzählige Teilchen, die wie Samen aussehen und die Ärzte diagnostizieren eine fortgeschrittene Tuberkulose, Organversagen, Blutvergiftung usw. Letztlich starb er an einer Überdosis Vogelfutter.
 
Dann gab es noch den Fall mit dem Jäger, der mit Hund und anderen Gesinnungsgenossen unterwegs war. Während einer Pause entdeckt Wuffi einen Rehknochen im Unterholz, freut sich über die Abwechslung und nagt darauf herum. Herrchen, wahrscheinlich neidisch, weil Wuffi mehr Jagderfolg hatte als er, will ihm den Knochen abluchsen. Der Wuff denkt aber nicht daran und verteidigt seine Beute bis aufs Blut. Herrchen, inzwischen hochgradig sauer, nimmt sein Gewehr und schlägt mit dem Gewehrkolben leicht gegen den am Knochen nagenden Wuffinger… wie ein Golfspieler, der einen Ball puttet.
Wie es ausging? Der Schuß der sich löste, traf den Jäger in den Unterleib. Wuffi hat wahrscheinlich einen Hörschaden und der Rehknochen liegt immer noch an der gleichen Stelle.
 
»Manchmal treibt das Leben seltsame Blüten«, sagt man. Da ist was dran. Und manchmal bringt das Leben die skurrilsten Gewächse hervor, die glücklicherweise von selbst wieder aussterben.
Die Evolution funktioniert wie ein Uhrwerk.
😉
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4 Antworten auf Zu doof für diese Welt

  1. Tabs sagt:

    Ach Mark, wieder mal herzlich gelacht, danke! Wo ziehst du denn diese tollen Infos, die die Grundlage deines Artikels bilden?

  2. Bruce sagt:

    Ein Busfahrer hielt an einer Telefonzelle, das waren früher die Häuschen wo man telefonieren konnte als es noch keine Handys gab. Stieg aus um an zu rufen und vergass die Handbremse. Mit dem Höhrer in der Hand sieht er das sein Bus sich selbstständig macht. Das ist kein Witz er hat sich davor gestellt und versucht 12t mit der Hand aufzuhalten. Vergebens

  3. Mark E. Carter sagt:

    Liebe Tabs,
    das ist relativ einfach: ich öffne meinen Geist für die letzten Geheimnisse dieser Welt, lasse ihn durch Zeit und Raum reisen und verbinde mich ätherischen Entitäten.

    Du ahnst ja gar nicht, was für Tratsch-Tanten auf dem 3. Planeten im Sternsystem Proxima Centauri leben!
    😉

  4. Mark E. Carter sagt:

    @Bruce
    Das war doch nur EIN Bus… den konnte er nicht mit der Hand aufhalten?
    *haha* Sachen gibt’s! 😉

    Übrigens:
    Ein anderer Darwin-Award-Gewinner war ein Straßenräuber in Südafrika. Er überfiel eine Frau, rannte davon und wollte dann seine Verfolger abschütteln, indem er über eine höhere Mauer kletterte. Dummerweise befand sich dahinter der Zoo und man konnte leider nicht mehr feststellen, welcher von den beiden Tigern ihn letztlich tödlich verwundete.

    Es gibt in dieser Liga scheinbar nichts, was es nicht gibt…

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