Warum die Finanzkrise langsam nervt – Teil 3: Wie gehts weiter?

 
Wie wir im vorigen Teil dieser Reihe erfuhren, hatten im Falle Griechenlands einmal mehr die internationalen Geldhäuser ihre Hände im Spiel.
 
Was ist damit gemeint? Jedes Land besorgt sich Kapital unter anderem am sogenannten freien Markt. Banken und Investoren geben Geld und bekommen dafür natürlich Zinsen. Hier kommen auch die Rating-Agenturen zum Zug, die sich im Moment so mediengeil in den Mittelpunkt des Interesses drängen. Je schlechter das Rating, umso teurer wird das Geld, dass sich so ein Land ausleiht.
 
Viele Staaten machen nichts anderes, als Zinsen zu bezahlen, denn zu mehr, beispielsweise die Begleichung der Schulden, sind sie auch nicht imstande. Banken verdienen also riesige Summen in diesem fragwürdigen Geschäft.
Wenn so ein Staat nicht einmal mehr die Zinsen begleichen kann, werden die Geldhäuser tendenziell unentspannter und dann kommt es zu einer Eskalation, wie wir es im Falle Griechenland erlebten.
Den Geldhäusern geht es in erster Linie um die Befriedigung ihrer Kennzahlen. »Geld« ist in ihrem Verständnis Handelsware und die Zinseinnahmen ihr Umsatz.
Wie schon in Teil eins dieser Reihe erwähnt, verdienen Banken doppelt: Vor einer Finanzkrise und anschließend auch.
 
Wenn es Griechenland sowieso nicht schafft, wirtschaftlich zu gesunden, egal welche Unterstützungsgelder fließen, was gibt es für Alternativen?
Eine andere Lösung wäre, Griechenland einfach aus der Europäischen Union zu werfen.
So naheliegend es für den Normalbürger ist, dürfte diese Variante keiner Diskussion würdig zu sein, denn jeder Politiker beginnt hier sofort mit den Armen zu fuchteln und zu beteuern, dass »dieser Schritt absolut unmöglich« sei.
Warum eigentlich nicht?
Weil die Griechen dann total traurig sind, dass sie niemand mehr lieb hat?
Weil das Land dann dem Untergang geweiht ist?
Weil sonst Zeus vom Olymp hinabsteigt und dem restlichen Europa die sieben Plagen an den Hals hetzt?
Oder weil wir dann unseren Urlaub nicht mehr auf Lesbos verbringen dürfen und der Koch im Griechenlokal in unser Essen spuckt?
 
Überlegen wir mal, was der eigentliche Sinn der Europäischen Union ist.
Mit dieser Gemeinschaft wollte man damals ein wirtschaftliches Gegengewicht, speziell gegenüber den USA, schaffen. Ein anderes Ziel war damals die Vereinfachung des Handels innerhalb Europas und weiters spielte auch noch die Überlegung eine Rolle, dass Länder, die in einem Bündnis miteinander agieren, keinen Krieg gegeneinander führen.
Es geht bei dieser Gemeinschaft um wirtschaftliche Stärkung und Sicherung des Friedens.
So, jetzt sehen wir uns mal Griechenland an.
Wir würden im Falle eines Ausschlusses nicht mehr von der gewaltigen Handelsmacht Griechenland profitieren können.
Klar, die Griechen sind ja berühmt für ihre gewaltige Industrie und sie sind ja überhaupt der Exportweltmeister. Auch importieren die Griechen Waren im Wert von unglaublichen Summen, weil die dort prosperierende Wirtschaft scheinbar alles in sich hineinschlingt, nicht wahr?
Was produzieren die Griechen überhaupt, wenn man von Olivenöl und Schafskäse absieht?
Kennt jemand die griechische Autoindustrie? Den tollen Geländewagen »Hellas« oder den Rennwagen Ouzo V6, der sich weltweit so toll verkauft?
Ich nicht.
Dann besteht natürlich die Gefahr, dass Griechenland, jetzt ohne Bündnis und voller Aggression, dem restlichen Europa den Krieg erklärt.
Jo, logisch.
Das berühmte griechische Militär, das nur mit Mühe davon abgehalten werden kann, die halbe Welt zu erobern. Die fantastische griechische Militärnation, die mit ihrem gefürchteten Kampfpanzer »Sirtaki« in nur wenigen Tagen über Europa hinwegfegen könnte! Die Kampfflieger, mit Laserwaffen ausgestattet und einem General an ihrer Spitze, der unter dem Namen »Darth Athos« eigentlich ein Sith-Lord ist und neben dem der olle Darth Vader wie ein metrosexueller Balletttänzer wirkt.
Ja, bei diesen Gedanken bekommt man es richtig mit der Angst zu tun und ist froh, Griechenland in der EU zu haben, nicht wahr?
Auch könnten sich die Griechen mit einer anderen Macht verbünden und dann gegen das restliche Europa vorgehen.
Sicher, sicher.
Mit wem denn, hm?
Mit Dr. No etwa?
Oder den Russen, die selbst zu wenig Kohle besitzen, um Treibstoff für ihre Panzer zu kaufen?
Die Chinesen wären da schon eine plausiblere Variante. Aber ehrlich gesagt, was fangen die Chinesen mit den Griechen an? Die werden auch nicht viel Bock darauf haben, sich verarschen zu lassen.
 
Ich weiß nicht, was Griechenland zu bieten hat und noch weniger verstehe ich, warum das restliche Europa diesem Staat so dermaßen in den Hintern kriecht.
Auch das Argument, dass ein Austritt Griechenlands die gesamte EU-Zone schwächen würde, kann ich nicht verstehen. Was soll uns daran schwächen, Hunderte Milliarden Euro mehr in der Tasche zu haben?
Übrig bleibt nur, dass man eben einem Land in Not helfen müsse.
Klar!
Vor allem einem Land, das einem kalt lächelnd von vorne bis hinten für dumm zu verkaufen versucht.
Da macht das Helfen ja so richtig Spaß!
 
Spaß macht es auch deswegen, weil andere Staaten, allen voran Italien und Spanien, gespannt darauf warten, wie die Geschichte mit Griechenland ausgeht, um dann ebenfalls die Hand aufzuhalten.
 
Am Ende ist es doch der Onkel Gustav, der am lautesten lacht.
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2 Antworten auf Warum die Finanzkrise langsam nervt – Teil 3: Wie gehts weiter?

  1. Andi sagt:

    Ich hab mich total weggeschmissen! Das dumme daran ist nur, das ich mich zwar die letzten Minuten köstlich amüsiert hab, aber ich eben nicht die letzte bin, die lacht.
    Fährt eigentlich irgendein mittelmäßig intelligenter Mitbürger dieses Jahr nach „Lebe auf die Kosten von Anderen“- Land?
    Jetzt stellt sich nur die große Frage, was können WIR, die ehrlich steuerzahlenden Bürger dagegen tun? Wenn jemand ne gute Idee hat, ich bin dabei!

    • Mark E. Carter sagt:

      dagegen tun…. hmmm. Nicht viel, fürchte ich. wir könnten – als Land – selbst verarmen und dann bei anderen Ländern um Geld betteln. Wäre eine Möglichkeit. 😉

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